Auf den Spuren des Postmichels durch Esslingen (GC74HWR)

Ihr habt noch nie die Sage vom Postmichel gehört? Gut, wir auch nicht…. Bevor wir in Esslingen auf die Letterbox „Michel Banhard auf der Flucht“ (GC74HWR) stießen.

Wer ist Michel Banhard? Aber eine Letterbox ist immer super und „auf der Flucht“ klingt auch spannend.

Am Startpunkt der Letterbox waren wir in Esslingen sowieso durch andere Caches schon mehrfach vorbei gekommen. Ein Blick ins Listing verrät, dass diese Letterbox vielleicht nicht ganz so einfach werden wird. Vielleicht ist das ein Grund, für die relativ geringe Prozentzahl der Favos. Aktuell bei 55% - nach unserer Erfahrung und unserem Spielspaß hat die Letterbox hier deutlich mehr verdient.

Die Geschichte startet am Michaelsbrunnen am „Ende“ der Fußgängerzone. Hier sind im Sockel die verschiedenen Stationen aus der Geschichte abgebildet, die auch im Listing zu finden sind.

 

Kurz zur Geschichte:

Michel Banhard war Postbote vor ca. 500 Jahren. Er brachte Post von Stuttgart nach Esslingen. Auf seinem Weg entdeckte er eines Tages einen Siegelring am Boden. Er nahm ihn mit. Abends zeigte er den Ring im Wirtshaus und der Ring wurde von den dort anwesenden erkannt. Er hatte mal einem reichen Esslinger Bürger gehört, der zwei Jahre zuvor ermordet worden war. Klar, dass Michel etwas mit dem Mord zu tun haben muss, wenn er den Ring besitzt…

Michel wurde im Kerker eingesperrt und lange gequält, bis er unter Folter den Mord gestand.

Auf dem Weg zur Hinrichtung erfüllte er sich seinen letzten Wunsch und ritt auf dem Pferd zum Richtplatz. Dabei blies er in sein Posthorn und drohte an, jedes Jahr in der Michaelisnacht (29. September) zu erscheinen und Rache zu nehmen. So geschah es dann auch Jahr für Jahr – vor dem Haus des Henkers, des Richters und in den Straßen von Esslingen erschien in jedem Jahr in der Todesnacht ein kopfloser Reiter und blies in sein Horn.

Viele Jahre später gestand der Neffe des Ermordeten, dass er in Wahrheit seinen Onkel getötet habe. Damit war der Michel von der Schuld befreit und erschien nie wieder.

Die Letterbox startet am Abend im Wirtshaus und erzählt den Weg der Flucht vom Postmichel. Sehr getreu einer Letterbox findet man jeweils eine Wegbeschreibung. Etwas in der Beschreibung deckt sich jedoch nicht mit der Sage. Man muss immer den Fehler finden und erzählt eine Zahl oder einen Buchstaben.

Und das ist gar nicht so einfach!

Für uns Auswärtige war schon Station 1 eine Herausforderung. Aber man muss ja auch erst mal in das Spiel kommen….. Hier sucht man die Namen von Figuren an einer Hauswand. Die Aufgabe ist klar, aber Tante Google war ziemlich zickig an dem Tag. Was kann man also noch tun? Jemanden fragen, klar. Also, die von dem Geschäft müssen doch wissen, was an ihrer Hauswand befestigt ist… Freundlich das Geschäft betreten und die ungewöhnliche Frage gestellt. Die Antwort war, dass man es nicht wisse, aber doch sicher das Internet…. Ich muss sehr verzweifelt geschaut haben, die Inhaberin begann direkt am Handy zu suchen – und wurde auch nicht fündig. In der Zwischenzeit fand ich auf der Theke ein kleines Heftchen zur Sage für 1,50 EUR. Sah schön aus, passt zur Geschichte, nehme ich mit – so dachte ich. Und schon kam die Verkäuferin mit einem Zettel aus den Unterlagen zurück, wo die Hausverzierung beschrieben wurde. Unser erster Verdacht war also richtig. Netterweise bekam ich das Heftchen der Sage sogar geschenkt. So, das ist jetzt keine Aufforderung, dass jeder, der den Cache spielt, in den Laden rennen muss. War für uns nur eine gute Möglichkeit – aber unsere Vermutung stimmte sogar. Jetzt hatten wir es bestätigt bekommen und auch das Spiel verstanden. Der Owner erzählt uns einen kleinen Fehler, wir finden raus, was falsch ist und wie es richtig wäre. Also weiter zur zweiten Station.

Der Weg führt perfekt durch die wunderbare Altstadt von Esslingen, vorbei an einigen Sehenswürdigkeiten. Und jederzeit fühlt man sich als Postbote, der seinen geheimen Weg aus der Stadt sucht, um dem Henker zu entgehen.

Der Weg ist ca. 2 km lang. Man braucht schon etwas Zeit. Zum einen sind die Aufgaben nicht ganz super einfach (aber auch nicht unlösbar!), wir mussten immer wieder überlegen, was nun Wirklichkeit und was Erzählung ist und wie rum es nun gehört. Wenn man nicht sicher ist, notiert man mal zwei Werte, es gibt eine spätere Prüfsumme.

Alles in allem fanden wir es eine sehr schön erzählte Letterbox mit einer wunderbaren Wegführung und einer sehr stimmigen Story. Im Final, das wir bei einbrechender Dunkelheit erreichten, befindet sich auch ein sehr ordentlicher Stempel – das ist ja heute auch nicht mehr bei jeder Letterbox selbstverständlich.

Wir haben unser Stempelbüchlein damit verziert und sind erfolgreich von dannen geritten – ach nein, wir sind ja zurück zum Auto….

Also, wenn Ihr mal in der Nähe von Esslingen seid und Lust auf eine schöne Geschichte habt, dann können wir Euch die Letterbox GC74HWR nur empfehlen.


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