Cacher Reisen für Geocacher

Bootje varen - Cacherunde in den Niederlanden

Bootje varen - Cacherunde in den Niederlanden


Diesen Artikel haben wir am 20.07.2020 online gestellt.


Bootje varen - Cacherunde in den Niederlanden




Einhundertacht mal T5 Cache – und das bequem vom Boot aus. So dachten wir uns, als wir auf der Landkarte das Geoart eines Fisches mit Auge und eines Segelbootes in den Niederlande sahen.


Schnell konnten wir die Geo-Links (Name leicht geändert…) aus Berlin für die Tour gewinnen und viel schneller als erwartet fanden Brummelbären und Geo-Links einen Termin für dieses verlängerte Wochenende. Wie gewohnt posten wir gerne mal Bilder auf Facebook – teilweise auf der Seite von Cacher-Reisen, aber auch auf der Brummelbären-Seite oder unter unseren eigenen Accounts bei Instagram. Eure Reaktionen waren enorm. Eigentlich ein Wunder, dass wir keinen bekannten deutschen Geocachern an den zwei Tagen auf dem Wasser begegnet sind. Viele planen diese Route für die nächsten Tage und Wochen ein. Gerne haben wir Eure Anfragen zu Boot, Unterkunft und Material beantwortet. Es hat uns Spaß gemacht zu sehen, wie wir unsere gesammelten Erfahrungen noch nutzend einsetzen konnten. Dazu soll auch dieser Artikel dienen: für alle, die die Tour mal ins Auge fassen und noch Tips haben möchten. Und für alle, die noch nie davon gehört haben, aber nun neugierig sind.


Anders als sonst wollen wir Euch gar nicht an unserem Tagebuch teilhaben lassen, sondern strukturiert von unseren Erfahrungen berichten. Wir hoffen, es hilft Euch ein klein wenig bei Eurer Planung.




Caches
Die Runden „Bootje varen“ bei Grou/Netherlands sind ausnahmslos als T5 gelistet, die D-Wertung liegt meist bei D 1.5. Hiervon gibt es gelegentlich Abweichungen. Insgesamt handelt es sich um 56 Caches auf Runde 1, dazu kommen vier Geocaches für das Auge des Fisches, ebenfalls T5, gelistet unter dem Cachenamen Nog meer visjes #1 usw. Auf der Runde 1 nicht vergessen – uns ist das so ergangen, dass wir am Abend des ersten Tages feststellten, dass wir die vier Caches mit anderem Titel zwar gelöst, aber nicht abgeholt hatten. Das bescherte uns am zweiten Tag ein paar Kilometer mehr mit dem Boot…. Da der zweite Tag bei uns das deutlich schönere Wetter hatte, war dies gar nicht schlimm.
Die zweite Runde, beginnend bei GC8PBD2, umfasst dann nochmals 46 Caches.
Wir haben – gemütlich – für die erste Runde 5,5 Stunden benötigt (mit Einweisung auf dem Schiff) und für die zweite Runde 3,5 Stunden. Für uns kam eine weitere Stunde dazu für die Ehrenrunde zu den vier Caches des Auges, die man besser am Vortag mit abgeholt hätte.


Ein weiterer Cache, eine Challenge, liegt ebenso auf der Runde. Ebenfalls T5 und von der Lage zwischen Fisch und den vier Caches des Auges. Soll heißen: Ihr fahrt sowieso vorbei. Also schaut mal, ob Ihr die Logbedingungen für GC4EERE erfüllt. Falls nein kann Euch da Cacher-Reisen ab 2021 vielleicht weiter helfen… Es geht um Caches in verschiedenen Ländern dieser Erde.


Die Caches der Runde „Bootje varen“ sind als Mystery gelistet. D.h. es muss zuhause vor dem Start auf das Wasser etwas getan werden. Und das ist bei allen Caches der Serie gleich: es sind Puzzle Caches. Die Puzzle haben etwas mit Wasser und Tierwelt im Wasser zu tun, man sieht immer das fertige Motiv, ehe man das Puzzle öffnet. Die Caches haben jeweils Puzzle mit einer sehr unterschiedlichen Teilchenanzahl. Los geht es bei der Nr. 1 mit einem Puzzle mit wenigen Teilen. Das ändert sich jedoch im Laufe der Reihe. Sobald ein Puzzle abgeschlossen ist, erscheinen die richtigen Koordinaten auf dem Bildschirm. Also, etwas Fleißarbeit, die Spaß machen kann und schon hat man die Mystery gelöst. Aber unbedingt im Vorfeld von zuhause aus lösen! Auf dem Wasser auf dem Handy ist das bei der Anzahl ein Ding der Unmöglichkeit. Und auch früh genug vor der Tour mit der Planung beginnen, sonst kann es in Streß ausarten. Aber man kann sich die Arbeit ja auch teilen…..






Der Startpunkt für die beiden Runden ist jeweils der gleiche Steg, direkt am Wassersport Anja. Auf der Karte immer gut zu finden, denn für die Runden gibt es einen Bonus, der ungewöhnlicherweise als Tradi, GC8V404, gelistet ist. Diesen kann man somit zu jeder Zeit abholen, als Start oder als Ende eines Tages auf dem Wasser. Obwohl ich zuerst dachte, dass das ja kein T5 ist, weil man ihn auch von Land heben kann – es ist T5 und man kann eben nicht…. Aber seht selbst. Ihr habt ja bei der Runde ein Boot….








Die Dosen sind i.d.R. Petlinge, die in einer Halterung stecken. Manchmal gibt es auch kein Logbuch, manchmal keinen Petling sondern eine kleine Tüte… Die Runde an sich ist gut gewartet, bei der Vielzahl der Caches kommt es immer mal vor, dass der ein oder andere nicht da oder in keinem guten Zustand ist.


Mir selbst ist beim „herabholen“ von einem Baum ein Petling versunken…. Dem Owner gebeichtet, der das Problem natürlich kennt. Da wir zuvor schon ein paar Behälter spendiert hatten, konnten wir hier nur einen kleinen Ersatz am Baum anbringen. Wie gesagt – der Owner ist informiert und wir baten in Cache #1 die nachfolgenden Cacher, doch Ersatz mitzunehmen.


                                                                                                                                                   



Boot


Wie im Listing des GC8PVGT angegeben, haben wir uns sowohl an den Owner, als auch an den Wassersportbetrieb Anja gewandt. Wir verlinken mal den Bootsverleih direkt am Start der zwei Runden: https://wsbanja.nl/de/
Sicher könnt Ihr auch Euer eigenes Boot mitbringen oder an anderer Stelle einen Verleih finden. Wir fanden es sehr bequem, die Möglichkeit mit WSB Anja zu haben. Der Kontakt war sehr freundlich und kompetent, sowohl im Vorfeld über Internet, als auch die zwei Tage vor Ort. Sie wissen natürlich sofort, was Ihr auf dem Wassser machen mögt…..
Und ja: alle vermieteten Boote sind ohne jeglichen Bootsführerschein zu fahren. Einsteigen, Einweisung zuhören und los geht es. Das ist auch wirklich gar kein Problem.


Da wir recht spontan und kurzfristig dran waren, gab es für uns nur noch „Whaly 370“ zu mieten. Was ein Glück! So mussten wir gar nichts entscheiden…. Es gäbe auch die Möglichkeit, größere Schaluppen zu mieten. Stöbert auf der Internetseite und Ihr seht, was wir damit meinen…..









Nachteile des „kleinen“ Whaly:
- mehr als 6 Personen sollten nicht mitfahren, ideal für 4
- kein Lenkrad zum steuern, sondern man steuert mit dem Außenbordmotor


Vorteile des „kleinen“ Whaly:
- kostengünstiger als große Boote
- leichteres Erreichen der Caches im „Gestrüpp“
- mit dem Hartplastikboot kann man auch mal etwas unsanfter an einen Polder dran fahren….


Für uns war das Whaly ein Glücksgriff. Es sieht aus wie ein großes Schlauchboot mit Außenbordmotor, nur aus Hartplastik. Wir fügen mal ein Bild ein. Das Whaly ist für bis zu 6 Personen gedacht, wir hatten zu viert richtig gut Platz darauf. Rechnet damit, dass eine Person am Steuer/Motor sitzt. Da es kein Lenkrad gibt, ist derjenige/diejenige gut mit steuern beschäftigt.
Eine weitere Person ist damit beschäftigt, das Bootje während des Logvorgangs an Ort und Stelle zu halten. Dazu solltet Ihr Material dabei haben. Und derjenige/diejenige hat später Oberarme….
Eine dritte Person ist von Vorteil, die sich den Cachbehälter (i.d.R. Petling) holt, loggt und ihn wieder zurück steckt. Daher unsere Empfehlung: mind. 3 Personen, mit 4 ist optimal.


Das Whaly liegt als „Schlauchboot“ (bezieht sich nur auf die Form, nicht auf das Material!) ziemlich flach auf dem Wasser. Die Caches sind manchmal an der Einfassung der Kanäle versteckt, so dass wir einfach raus greifen konnten. Wir haben gelegentlich für eine Gruppe mit größerer Schaluppe mitgeloggt, da diese zwar vor Ort lagen, aber nicht nach „unten“ an den Cache kamen. Nicht immer ist Größe hilfreich… Allerdings mussten wir auch gelegentlich im Whaly aufstehen – aber das ist wirklich kein Problem, schaukelt nicht!


Zwei Tage oder an einem Tag erledigen? Beides ist möglich….
Bei unserem Besuch hatte der Bootsverleih von 9.30 – 17.30 Uhr geöffnet. Aktuell ist er schon wieder bei seinen Regelöffnungszeiten von 9.00 – 18.00 Uhr. Wir haben uns für „nur“ eine Runde je Tag entschieden, die größere Runde #1 am ersten Tag, die zweite am zweiten Tag. Dies ist nicht nur sinnvoll, dass man auch mal noch ein paar Meter an dem Tag laufen kann (5 Stunden auf dem Boot reichten uns….), sondern auch in Bezug auf den Sprit.. Der nette Bootsverleiher erzählte uns von Teams, die beide Runden an einem Tag machten. Kurz vor Rückkehr war dann doch der Sprit leer (obwohl man einen Reservekanister mitbekommt) und sie mussten paddeln. Wenn man an zwei Tagen das Boot mietet, hat man am zweiten Tag das gleiche Gefährt, allerdings ist es am nächsten Morgen schon wieder vollgetankt. Für uns eine große Sicherheit. Wir können es nur empfehlen, die Tour auf zwei Tage zu verteilen und auch mal eine Pause an einem der vielen Stege einzulegen. Picknick soll dort sehr schön sein! Genießt einfach die zwei Tage auf dem Wasser in einer wunderschönen Landschaft.


Als Anfahrtspunkt kann Euch der Bonus-Tradi dienen. Dort gibt es einen kleinen Parkplatz (kostenfrei), der am Morgen auch noch freie Plätze hatte. Am Wochenende bei gutem Wetter erhält man später hier keinen Platz mehr.
Den Wassersportbetrieb Anja findet man wenige Meter vom Parkplätzchen in der Nähe des Tradis und in der Nähe des Teehauses. Er hat bei Öffnung mehrere Fahnen draußen stehen. Eigentlich nicht zu verfehlen. Auch Toiletten gibt es direkt nebenan (gar keine schlechte Idee vor der Abfahrt, ansonsten muss das Boot halten und man findet immer Möglichkeiten hinter Büschen…). Sobald Ihr beim WSB Anja angekommen seid, braucht Ihr nur noch Euren Namen zu nennen. Alle Papiere sind vorbereitet, eine Unterschrift für die Haftung und schon geht es ins Boot zur Einweisung auf den Motor. So zumindest durften wir es erleben.




Unterkunft

Auf verschiedenen Buchungsseiten findet Ihr eine Vielzahl von Unterkünften in dieser Ferienregion. Für jede Preisklasse etwas dabei.

Wir können Euch nur von unserer Unterkunft berichten und das tun wir gerne, weil wir mega begeistert waren. Wir waren bei „Bij Maus“. Ihr findet sie hier im Internet: https://www.bijmaus.nl/ und auf einigen bekannten Buchungsseiten. Sie liegt nicht genau an der Bootje-Runde, wir hatten morgens eine kleine Anfahrt. Machte uns aber nix, das Auto war ja dabei und am Abend hatten wir dafür die Auswahl der umliegenden Örtchen/Städte.

Bij Maus ist ein kleines, familiär geführtes Haus mit 2 Doppelzimmern. Jedes Zimmer ist liebevoll eingerichtet. Die Familie wohnt nebenan im gleichen Haus, dazwischen liegt der Frühstücksraum, den man auch am Abend als Aufenthaltsraum nutzen kann. Und das Frühstück ist der Hammer! Zur Zeit erhält man in großen Hotels ja auch kein Buffet, wir haben uns schon an das am Tisch servierte Frühstück gewohnt. Aber hier bei der Maus ist es einfach liebevoll und geschmacklich lecker hergerichtet. Einheimische, hochwertige Produkte, frisch, wunderschön angerichtet. Und immer steht die Gastgeberfamilie für Fragen und Wünsche zur Verfügung – aber unaufdringlich, unauffällig und nur, wenn man es wünscht. Also, können wir für 4 Personen in 2 DZ nur empfehlen. Auch das Auto steht gut, es gibt Sitzplätze im Freien mit einem wunderschönen Blick auf die Landschaft und sehr nette Betreiber. Falls Ihr hinkommt, grüßt sie von uns!




Material
Was auf jeden Fall nützlich ist, ist eine Möglichkeit, Euch mit dem Boot an eine Stelle heranzuziehen. Wir hatten die gute Gardena Unkrautharke dabei. Ein sehr nützliches Tool!
 
                                                                                                    
Wenn es Euch möglich ist, nehmt ein paar Petlinge und Logstreifen mit auf die Runde. Es gibt immer wieder mal eine Halterung ohne Einsatz, so dass Ihr deutlich sehen könnt, wo ein Ersatz hingehört. Wir glauben, so können alle ein wenig mithelfen, solche Runden, die ja uns allen wirklich viel Spaß machen, am Leben zu erhalten.


Einen wasserdichten Beutel, wie wir ihn dabei hatten, benötigt man eigentlich nicht. Das Boot hat zwei kleine Möglichkeiten, etwas zu verstauen. Der normale Rucksack tut es also. Auch einen Wasserschutz für das Handy hatten wir dabei – sinnvoll bei Wasser von oben. Ansonsten wird man im Boot von unten nicht nass. (also in der Regel, was Ihr draus macht, wissen wir natürlich nicht).


ABER: Ein Regenschirm ist gar nicht zu verachten! Auch wenn wir Geocacher sonst mit Outdoorklamotten unterwegs sind und ein Schirm eher lästig ist, ist er hier zum trockenen Loggen nicht unerheblich. Die nachfolgenden Cacher danken es Euch, wenn das Logbuch einigermaßen trocken ist….. Und das Wetter wechselt hier, wie es eben für Friesland oder die Nordsee so üblich ist. Mehr als einmal haben wir am Tag Jacke an – Jacke aus gespielt.


Jacke: denkt an warme Kleidung. Auch wenn morgens die Sonne scheint, kann es auf dem Wasser schnell mal abkühlen. Lieber mal mehr dabei – Ihr habt dafür Platz auf dem Boot.



Finanzielles
Ganz günstig ist ein langes Wochenende in den Niederlanden nicht.
Folgende Kosten hatten wir:
- Anfahrt natürlich individuell
- Unterkunft: 130.- EUR für 2 Nächte für 2 Personen im DZ inkl. Frühstück
- Boot: 105.- EUR für 2 Tage, dazu kam 18.- EUR Spritverbrauch
- Verpflegung in den Niederlanden: leicht teurer als in Deutschland, natürlich auch individuell steuerbar



An- und Abfahrt
Diese ist natürlich unterschiedlich, abhängig davon, von wo Ihr anreist. Als Geocacher könnt Ihr Euch in der Gegend von Grou/Leiwarden/Drachten/Smeek umsehen und findet die Caches als Beifang, die Euch am nächsten stehen.
Zur Zeitplanung: Wir sind donnerstags angereist, hatten für Freitag und Samstag das Boot gemietet und sind Samstag Abend bereits wieder nach Deutschland, um am Sonntag morgen früh einen Termin bei Houdini, GC876XG, wahrzunehmen. Das „Zusammenbauen“ Eurer Reise ist natürlich ganz von Vorlieben und Zeiten abhängig.


Und jetzt wünschen wir Euch ganz viel Freude beim „Bootje varen“ in den Niederlanden.
                                                                                              
     


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